Schlafzimmerbild Christus am Ölberg
Das Bild zeigt Jesus Christus in einem blauen Gewand, wie er nachts im Garten Gethsemane auf dem Ölberg betet, während im Hintergrund die Umrisse von Jerusalem unter dem Vollmond zu sehen sind. Typische Schlafzimmerbilder im Handtuchformat hingen in der ersten Hälfte des 20. Jh. nicht nur über bäuerlichen Ehebetten. Sie waren im frühen 20. Jahrhundert (etwa ab 1917) als seriell hergestellter Farbdruck (Chromolithographie) extrem populär und hing in vielen christlichen Haushalten. Das extreme Querformat ergab sich aufgrund der geringen Deckenhöhe der Schlafzimmer. Aufgrund seines schmalen, länglichen Formats wird es oft als „Handtuchformat“ bezeichnet. Das Schlafzimmerbild mit dem Motiv Christus am Ölberg ist auch für evangelische Haushalte passend, eines der verbreitetsten seiner Art und wurde in hoher Auflage gedruckt. Der Künstler Untersberger signierte seine religiösen Bilder häufig mit dem Pseudonym „Giovanni“. Schlafzimmerbilder galten in "gehobenen Kreisen" jedoch bald als Unkunst. Der Kunsthandel bezeichnete sie schon 1928 als „Schmarren“ und „süßlicher Kitsch“. Der Münchner Dichter und Sammler von Grafik Eugen Roth nannte Schlafzimmerbilder wegen ihrer Farben und Gestaltung „überlegten Giftmord“, eine „gewinnsüchtige Täuschung des gutmeinenden, aber leider ahnungslosen Käufers“. Heute werden die übertrieben kitschigen Bilder augenzwinkernd-ironisch wieder geschätzt und genießen gewissermaßen Kultstatus. (Quelle des Absatzes: Wikipedia-Artikel Schlafzimmerbild )