Rezepturwaage, Drogeriewaage
Große Rezepturwaage: Die Waage ist eine klassische, auf einem Holzkästchen aufgeschraubte Balkenwaage aus der Nachkriegszeit. Sie war mindestens bis Anfang der 1980er Jahre in Gebrauch. Die Waage ist vom Prinzip her eine Kombination einer den Massevergleich nutzenden Balkenwaage und einer Zeigerwaage. Die Waage ist so konstruiert, dass über dem Drehpunkt ein langer Zeiger (das sprichwörtliche Zünglein an der Waage) angebracht ist. Dieser reicht bis zum Fuß der Waage und und pendelt dort vor einer kleinen Skala. Er ist sehr leicht, so dass er im Vergleich zu den Waagschalen nur einen sehr kleinen Beitrag zum Drehmoment liefert. Die Wägung kann nun mit zwei verschiedenen Gewichtsbestückungen auf den Waagschalen durchgeführt werden, die sich beispielsweise um ein Milligramm unterscheiden. Nach dem Ablesen der Zeigerstellungen von der Skala kann durch Interpolation das Gewicht berechnet werden, das der Zeigernullstellung entspricht. So kann eine zusätzliche Kommastelle (geltende Stelle) des Wägeergebnisses ermittelt werden. Damit wird eine Genauigkeit von einem Zehntelmilligramm ermöglicht. (Quelle: Wikipedia Balkenwaage) Auf dem linken Arm der Waage befindet sich der Stempel des Eichamts. Bedeutung der Codes dieser Punzen: "22" -> Eichaufsichtsbezirk Stuttgart "D.R. im geschweiften Band" -> "Deutsches Reich", die Markierung wurde erst 1975 Jahren von "D.R." auf "D" umgestellt "8" -> Eichamt Ebingen Der ° zwischen D und R bedeutet, dass es sich um die Eichung einer Präzisionswaage (Feinwaage) handelt. Auf beiden Armen der Waage befinden sich Stempel mit der zweistelliger Jahreszahl in einem Schild bis zu der die Waage bei jeweils 2 Jahre gültigen Eichzyklen für den gewerblichen Einsatz zugelassen war. Die Stempel bedeuten, dass die Waage erstmals 1954 geeicht wurde (Stempel 56) und mindestens bis 1980 für den gewerblichen Einsatz zugelassen war. Auf dem linken Arm der Waage befindet sich zudem ein Stempel mit dem Logo des Herstellers, der August Sauter KG aus Albstadt-Ebingen. Die Waage steht angeschraubt auf einem Kästchen mit 2 Schubladen. In diesen befinden sich Gewichtssteine, Tarierschrot und weiteres Zubehör. Auch die Gewichtssteine tragen viele Eichstempel (siehe Fotos). Jahreszahlen in einem Schild tragen Jahreszahlen von 53 bis 80. Der älteste, später ungültig gestempelte Stempel 22 DR 8 stammt wie bei der Waage vom Eichamt Ebingen, der neuere Stempel 4 DR 9 kommt von der Aufsichtsdirektion Bad Kreuznach und dem Eichamt Trier. Der älteste Stempel stammt somit aus der Region des Herstellers, der neuere Stempel aus der Region des Käufers/Besitzers der Waage. Wir bedanken uns beim Landesamt für Mess- und Eichwesen Rheinland-Pfalz für die Informationen zum Eichwesen.