Kleine Ratsche (Klapper) ohne Frontplatte
Das Gehäuse der Ratsche (moselfränkisch Klapper) besteht aus einem Kasten aus dicken Holzplatten. Im Kasten ist eine mit einer Kurbel angetriebene Walze mit 4 durch die Walze durchgesteckten Stiften. Die Stifte heben eine der 4 auf Spannung stehenden Zungen aus Hartholzlatten an. Beim Herunterschnellen dieser auf den Boden entsteht ein schlagendes Geräusch. Weitgehend baugleich mit HR 1307. Hintergrund: Am Gründonnerstagabend verstummen in katholischen Kirchen die Glocken beim Gloria der Gründonnerstagsliturgie. Ebenso und die Messglocken der Messdienerinnen und Messdiener. Der Legende nach fliegen die Glocken nach Rom. Sind die Glocken in Rom, kommen die Kinder mit ihren Klappern zum Einsatz. Sie werden typischerweise benutzt um die Gläubigen am Karfreitag und Karsamstag zur Messe zu rufen. Nach dem päpstlichen Ostersegen „Urbi et Orbi“ kehren sie zur Feier des Osterfestes wieder in ihren Glockenturm zurück. Der Brauch des Karfreitagsklapperns ist an die 1500 Jahre alt. In anderen deutschsprachigen Gebieten werden die Klappern auch Ratsche, Rätsche, Schnarre, Schnurre, Rappel, Räppel, Rassel, Riärtel oder Knarre genannt. Instrumente wie Ratschen oder Klappern wurden meist von örtlichen Handwerkern oder auch geschickten Laien selbst angefertigt.