Objekt

Tablett mit Lackmalerei im exotistischen Stil

Dieses mit Lackmalerei verzierte hölzerne Tablett im Stil des Exotismus könnte auf den ersten Blick für eine gerahmte Wanddekoration gehalten werden. Eventuell wurde es abseits seines Gebrauches tatsächlich zu solch dekorativen Zwecken genutzt, indem es an eine Wand gelehnt wurde oder in einem Regal ausgestellt war. Da sich auf der Rückseite keine Haken oder ähnliches befinden ist jedoch sicher zu sagen, dass es nie an einer Wand befestigt wurde. Der Eindruck eines Gemäldes wird durch den dunkelbraunen "Bilderrahmen" erzeugt, welcher die hellere hölzerne Tablettfläche umgibt. Auf dieser Fläche befindet sich die pseudoasiatische Lackmalerei. Diese bildet die Szenerie einer (vermutlich) japanischen Gartenlandschaft ab, durch die sich ein Fluss windet. Im Hintergrund sind schneebedeckte Berge zu sehen. Unter der rotblättrigen Weide auf der rechten Bildseite spielt eine Person (vermutlich) im Kimono ein nicht genauer definierbares Saiteninstrument. Solch vage Abbildungen einer allgemein asiatisch anmutenden Szenerie kam durch eine romantisierte und verallgemeinernde Blickweise zu stande, mit welcher die europäische Kunst und Indstrie traditionelle Kunstformen anderer Kulturen vor allem vom 19. bis Anfang des 20. Jahrhunderts imitierten. Der wohl bekannteste deutsche Vertreter der Lackkunst war die bereits 1763 gegründete Stobwasser-Manufaktur in Braunschweig. In Rheinland-Pfalz wird die Lackmalerei seit 1950 durch den Verband der Lackindustrie e.V. in Bad Dürkheim vertreten.

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