Großes prächtig geschmücktes Standkreuz
Großes, prächtig geschmücktes Standkreuz, größtenteils aus dunkel gebeiztem Holz mit Figuren im nazarenischen/romantischen Stil. Das Standkreuz ist zweistufig aufgebaut. Der obere Teil ist das eigentliche Kruzifix, das auf einem Sockel steht. Das Kruzifix ist zweilagig: Die obere Lage besteht aus dem Korpus im Viernageltyp mit schräg nach oben ausgestreckten Armen und dem Titulus. Ungewöhnlich ist die Position der Seitenwunde Christi, die sich auf der Höhe des Herzens befindet. Möglicherweise sollte dadurch ein dezenter Hinweis auf die Herz-Jesu-Verehrung, die im 19. Jahrhundert (vor allem in der 2. Hälfte) stark wächst, gegeben werden, ohne es weiter in der Altargestaltung aufzugreifen. Die Längs- und Querbalken besitzen am Rand einen mit Schnitzerei verzierten Grat sowie eine schwarz-weiß gesprenkelte Füllung im Inneren. Die Enden der Balken sind mit Dreipassen und darüber mit einer sechsblättrigen Blüte geschmückt. Bei der unteren Lage sind Längs- und Querbalken etwas breiter und an den Rändern mit gestufter Kerbschnitzerei verziert. Am oberen Ende des Längsbalkens und an den Enden des Querbalkens befindet sich ein riesiger Strahlenkranz mit verschieden dicken und verschieden breiten Strahlen. Links und rechts des Kreuzes steht je ein blau gewandeter Engel (anstatt von Maria und Johannes). Die Basis bildet der kunstvoll geschnitzte und mit floralen Motiven verzierte Sockel. Der obere Teil des Aufbaus hat die drei Apsiden einer Basilika zum Vorbild. In allen drei Apsiden stehen Figuren. In den Apsiden der Seitenschiffe sind es überschlanke Marienfiguren. In der Mittelapside steht eine Pieta. Zu dieser gibt es einen eigenen Eintrag. Link siehe unten („Beschreibung der Pieta in diesem Standkreuz“). Wir bedanken uns bei Frau Yvonne Püttmann, Kuratorin Kreuzsammlung, Museum Abtei Liesborn des Kreises Warendorf für wertvolle Hinweise zu diesem Kreuz.