Weißes Untertuch für Nonnen
Bei diesem weißen Kopftuch aus Leinen handelt es sich um ein Untertuch für Nonnen, das unter dem (in der Regel schwarzen) Schleier getragen wurde. Es wurde an vielen Stellen ausgebessert und geflickt, was für Stoffe aus Klöstern aufgrund von begrenzten Resourcen und der vorgeschriebenen bescheidenen Lebensweise sehr typisch ist. Die Nähte sind geradstichig Maschinengenäht. Auch die zahlreichen Ausbesserungen und Flicken wurden mit der Nähmaschine vorgenommen und befestigt. Einige Löcher wurden nicht mehr geflickt, andere entstanden eventuell nach der Abgabe des Tuchs durch Mottenfraß. Das Tuch ist so geschnitten, dass es an der Vorderseite eine Aussparung für das Gesicht freilässt. Unterhalb dieser ist eine Art Rüschensaum angenäht, der den Hals bedeckt. Am Hinterkopf ist das Tuch vollständig offen und kann durch zwei mit den Seiten vernähten Bänder zugebunden werden. Der Untere Saum der Innenseite am Hinterkopf trägt eine rote Stickerei mit der Zahl 6. und einem kleinen t oder einem Kreuz mit einem Unterstrich dahinter. Diese Stickerei könnte viele Bedeutungen gehabt haben. Eventuell handelt es sich hierbei um eine Wäscherei- oder Inventarmarkierung des Klosters. Möglich wäre allerdings auch eine religiöse oder schlichtweg interne/persönliche Markierung.