Zwei weiße Ansteckärmel
Diese Ansteckärmel mit Spitzenbesatz kamen höchstwahrscheinlich beim Anlegen von Trachtenmode zum Einsatz. Durch das Befestigen mit Anstecknadeln an dem jeweiligen Kleid waren verschiedenste Kombinationsvariationen möglich, was zum Einen praktische Gründe wie eine einfachere seperate Reinigung der Ärmel oder eine flexiblere Temperaturanpassung mit sich brachte. Zum Anderen hatte das Wechseln der Ärmel auch ästhetische Gründe, da verzierte gegen schlichtere Ärmel getauscht und somit dem Anlass angepasst werden konnten. Die hier in je einem Vertikalstreifen eingesetzte Spitze besteht aus Lochspitze und Durchbrucharbeit. Der Ärmelabschluss wird ebenfalls durch Lochspitze und zusätzliche florale Weißstickerei geziert. Spitzenbesätze waren auf vielen (weißen) Trachtenbestandteilen eine beliebte Verzierung und wurden sorgsam weiß und gestärkt gehalten, um die Reinlichkeit und Tugendhaftigkeit ihrer Trägerin zur Schau zu stellen. Solche Eigenschaften waren aufgrund traditioneller gesellschaftlicher Rollenbilder noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein essenziell für den "guten Ruf" als ordentliche Hausfrau.