Zwei Holzschwerter zum Flachsschwingen
Dies sind zwei Holzschwerter zum Flachsschwingen. Beide Schwingschwerter weisen oberhalb des Handgriffs eine Gravur in Form einer eingekreisten stilisierten Blume auf. Das kürzere, dafür allerdings auch breitere der beiden Werkzeuge lässt zudem auf der anderen Seite (ebenfalls oberhalb des Griffs) vermutlich die eingeritzten Initialen N I erkennen. Mit solchen Schwingschwertern fand die Flachsverarbeitung traditionellerweise bis in die 1940er Jahre vor allem im Winter und durch Frauen statt. Der bereits durch langes Liegen getrocknete und gebrochene Flachs wurde hierbei senkrecht auf eine sogenannte Flachsschwinge gespannt. Dann wurden mit dem Schwingschwert oder einem Schwingholz die groben Bestandteile der Flachshalme abgetrennt, sodass nur noch unbearbeitete Flachsfasern zurückblieben. Diese wurden anschließend durch ein Nagelbrett, die sogenannte Hechel, gezogen, um die Fasern weicher zu machen und von kleinteiligerem Überschuss zu säubern.