Martyrium der Heiligen Katharina
Der Kupferstich stellt die Legende vom Martyrium der Heiligen Katharina dar. Am vorderen unteren Bildrand liegen ihre Attribute: Kleidung, Krone und ein Buch. Im Vordergrund hat der Künstler die dramatische Enthauptungsszene platziert. Der vornübergebeugte Körper der Heiligen wird von einer Engelsschar gehalten. Zwei Engel fangen den abgetrennten Kopf der Heiligen mit einem Tuch auf. Der Henker am linken Bildrand lässt sein Schwert fallen und weicht, wie erschrocken, zurück. Der Legende nach floss nicht Blut aus ihrem Körper, sondern Milch. Im Hintergrund ist das Rad erkennbar, auf das die Heilige zur Folter hätte gespannt werden sollen, das auf ihr Gebet hin jedoch durch einen Engel zerstört wurde. In der oberen Bildhälfte wird geschildert, wie Engel den Körper der Katharina auf dem Berg Sinai zu Grabe tragen und ihre Seele gen Himmel geleiten, wo Christus in den Wolken ihr entgegenblickt, um sie zu krönen. Bei dem Künstler handelt es sich um Augustin Braun, einem Maler und Kupferstecher in Köln (geb. gegen 1570 und gest. gegen 1640?).