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Lot und seine Töchter

Die Graphik zeigt alttestamentarische Darstellung von Lot, der von seinen eigenen Töchtern betrunken gemacht und verführt wird. Der Kupferstich zeigt eine Szene der dramatischen Geschichte des frommen Lot, den Gott errettet hat und der dennoch zum Sünder wird (Genesis 19): Engel führen Lot und seine Familie aus der brennenden Stadt Sodom, die von Gott wegen der schändlichen Lebensweise ihrer Bewohner mit Vernichtung bestraft wird. Nachdem seine Frau, die sich verbotenerweise nach Sodom umgesehen hat, zur Salzsäule erstarrt ist, finden Lot und seine beiden Töchter Unterschlupf in einer Höhle. In zwei aufeinander folgenden Nächten wird Lot dort von seinen Töchtern trunken gemacht und verführt. Beide werden durch ihr inzestuöses Verhältnis mit dem Vater schwanger und gebären einen Sohn. Unten rechts bezeichnet: Samuel Bottschildt inv. et. fec. Den vorliegenden Stich fertigte der Dresdner Maler Samuel Bottschild (1641 - 1707) eigenhändig von einem seiner Gemälde an. Bekannt war Bottschild vor allem wegen seiner Wand- und Deckenmalerei. Nach seiner Ausbildung und einer Italienreise trat Bottschild in den Dienst des sächsischen Hofes. Er wurde 1677 Oberhofmaler und 1699 Inspektor der Gemäldesammlung der Kunstkammer in Dresden. Veröffentlicht wurde der Stich 1693 in dem Werk "OPERA VARIA HISTORICA, POETICA & ICONOLOGICA", herausgegeben von Christoph Weigel. Bei den verschiedenen Sujets des Buches mit 48 Platten, die sowohl von christlicher als auch mythologischer Art sind, handelt es sich größtenteils um Entwürfe für Deckenmalereien.

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