Objekt

Handgeschnitztes Schmuckkästchen mit Hundefigur

Dies ist eine hölzerne Schmuckschatulle mit Schlangenhaut-artigem Schnitzmuster. Auf der Unterseite der Schatulle sind die Reste eines Aufklebers zu sehen, mit dem Vermerk, dass die Schatulle hangeschnitzt sei. Eine abnehmbare schwarze Hundefigur, welche in der Art ihrer Darstellung entfernt an eine Hundeskulptur des alten Ägypten erinnert, "bewachte" einst den hier verstauten Schmuck. Nicht nur im alten Ägypten, auch in der bildenden Kunst Europas diente der Hund seit der Antike als Symbol für Schutz und das Bewachen von Haushalt und Reichtum. So wurde er beispielsweise im antiken Rom in Form von Mosaiken am Boden von Häusern abgebildet oder auch auf den Boden von Geldtruhen gemalt oder hineingeschnitzt. Hieraus leitet sich auch die Redensart "auf den Hund kommen" ab, wenn so wenig Geld in der Truhe ist, dass man den Hund am Boden sehen kann. Der hier dargestellte Hund ähnelt in seiner Erscheinung einem Deutschen Schäferhund. Durch die stilistische Kombination der Hundefigur mit der Schlangenhaut-Optik und quaderförmigen Anmutung der Schatulle kann eine Inspiration durch altägyptische Fundstücke allerdings nicht ausgeschlossen werden. Pharaonengräber wurden beispielsweise durch schakalartige schwarze Hundeskulpturen gekennzeichnet (mit Goldfarbe bemalt), welche zum einen als Symbol für den Totengott Anubis, zu anderen als Wächter der Grabstätte und den dort aufbewahrten Schätzen dienten. Als im 19. Jahrhundert vermehrt ägyptische Grabstätten ausgegraben wurden, löste dies eine Welle an Begeisterung für eine ägyptische "Ästhetik" in Europa aus, woraufhin viele dekorative Gegenstände im Stil des Exotismus gefertigt wurden und bis in das 20. Jahrhundert aufgegriffen wurden.

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