Glasplattennegativ: Knochenreste Albrechts von Österreich
Das Grabungsfoto entstand 1900 im Zuge der fotografisch dokumentierten Grabungen, die am 16. August 1900 im Königschor begannen. Infolge des Pfälzischen Erbfolgekriegs wurden die dicht unter dem Boden liegenden Gräber teilweise geplündert und verwüstet und die Grabmäler zerstört. Infolge dieser Verwüstung gerieten Lage und Zuordnung der Gräber in Vergessenheit, da sie nicht länger im Dom kenntlich waren. Von einer Gelehrtenkommission der Bayerischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung des Historikers Hermann Grauert wurden 18 Gräber mit 20 Bestattungen geöffnet und untersucht. Hauptziel war die Erforschung der Königsgräber, die man während der Grabung durch Erbauen einer Gruft zugänglich machen wollte. Eine systematische Beschreibung der Baubefunde liegt nicht vor. Das Foto zeigt die Knochenreste Albrechts I. von Österreich. Albrecht I. war der erste ehelich geborene und somit ältester legitimer Sohn des römisch-deutschen Königs Rudolf I. von Habsburg aus dessen erster Ehe mit Gertrud Anna von Hohenberg († 1281). Albrecht wurde 1298 zum römisch-deutschen König gewählt und in Aachen gekrönt. Er wurde zunächst im Kloster Wettingen (in der heutigen Schweiz) bestattet. 1309 wurde sein Leichnam auf Veranlassung Heinrichs VII. nach Speyer überführt, wo er Seite an Seite mit seinem Rivalen Adolf von Nassau, der in der Schlacht von Göllheim 1298 gefallen war, im Speyerer Dom beigesetzt wurde. Aus den erhaltenen Skelettknochen ergibt sich eine Körpergröße von etwa 1,66 m. Die sterblichen Überreste Albrechts wurden 1902 wieder in der Grablege des Speyerer Doms beigesetzt.